Edith Stein
(1891 - 1942)
Edith Stein, die in einer jüdischen Familie
geboren wurde und in den Gaskammern
von Ausschwitz den Tod fand, i
st eine faszinierende Persönlichkeit:
Jüdin und Christin,
Philosophin und Pädagogin,
Pionierin eines modernen Frauenbildes,
Intellektuelle, Karmelitin -
und nun gehört sie auch in die Schar der Heiligen.
Gott gibt Kraft
Gott
verlangt nichts
vom Menschen,
ohne ihm zugleich
die Kraft dafür
zu geben.
Ein weiter Weg
Es ist ein weiter Weg
von der Selbstzufriedenheit
eines "guten Katholiken", der
"seine Pflichten erfüllt",
eine "gute Zeitung" liest,
"richtig wählt" usw., im
übrigen aber tut, was ihm
gefällt, bis zu einem Leben an
Gottes Hand, in der Einfalt des Kindes
und der Demut des Zöllners.
Aber wer ihn einmal gegangen ist,
wird ihn nicht wieder zurückgehen.
Gott und sonst nichts
Es kommt nur darauf an,
dass man zunächst einmal
einen stillen Winkel hat,
in dem man
mit Gott so verkehren kann,
als ob es sonst
überhaupt nichts gäbe,
und das täglich.
Hingabe an das gottgeliebte Selbst
Die Hingabe an Gott
ist zugleich
Hingabe
an das gottgeliebte Selbst
und die ganze Schöpfung.
Gott in die Welt hinaustragen
Je tiefer jemand
in Gott hineingezogen wird,
desto mehr muss er auch
in diesem Sinn
"aus sich herausgehen",
d.h. in die Welt hinein,
um das göttliche Leben
in sie hineinzutragen.
Die Angelegenheiten des Herrn
Wer den Herrn
in seinem Hause aufsucht,
wird ihn nicht nur immer
mit sich selbst
und seinen Angelegenheit
beschäftigen wollen.
Er wird anfangen,
sich für die Angelegenheit
des Herrn zu interessieren.
Leer werden
Ich denke,
auf alle Fälle ist es
ein sehr sicherer Weg,
von sich aus alles zu tun,
um ein leeres Gefäß
für die göttliche Gnade
zu werden.
Sich in Gott zurückziehen
Gott ist ja in uns,
die ganze Allerheiligste
Dreifaltigkeit.
Wenn wir es nur verstehen,
uns im Innern
eine wohlverschlossene Zelle
zu bauen,
und uns so oft wie nur möglich
dahin zurückziehen,
dann kann uns
an keinem Ort der Welt
etwas fehlen.
Der Umgang prägt
Mit weg man tägllich umgeht,
dessen Urteil kann man sich
nicht entziehen ...
So ist es auch
mit dem Herrn.
Man wird feinfühliger
für das, was ihm gefällt
und missfällt.
Sich augenblicklich neu ausrichten
Wenigstens innerlich
für einen Augenblick
sich gegen alles andere
abschließen
und zum Herrn flüchten.
Er ist da und kann uns
in einem einzigen Augenblick
geben, was wir brauchen.
Ohne Grenzen
Die Liebe Christi
kennt keine Grenzen,
sie hört nimmer auf,
sie schaudert nicht zurück
vor Hässlichkeit und Schmutz.
Er ist um der Sünder willen
gekommen
und nicht
um der Gerechten willen.
Und wenn die Liebe Christi
in uns lebt,
dann machen wir es wie er ...
Grenzenlos
Es hat mir immer
sehr fern gelegten,
zu denken,
dass Gottes Barmherzigkeit
sich an die Grenzen
der sichtbaren Kirche binde.
Menschen verstehen
Nur wer sich selbst
als Person,
als sinnvolles Ganzes erlebt,
kann andere Personen
verstehen.
Lass Dir Zeit
Lass dir ruhig
so viel Zeit in der Kirche
wie Du nötig hast,
um Ruhe und Frieden zu finden,
Das kommt dann
nicht bloß Dir zugute,
sondern auch der Arbeit
und allen Menschen,
mit denen Du zu tun hast.
Fröhlich sein hilft am meisten
Ich glaube,
Sie können den anderen
am besten helfen,
wenn Sie sich möglichst wenig
darüber den Kopf zerbrechen,
wie Sie es tun sollen,
sondern möglichst
unbefangen und fröhlich sind.
Innere Sammlung strahlt aus
Je gesammelter ein Mensch
im Innersten seiner Seele lebt,
um so stärker
ist seine Ausstrahlung,
die von ihm ausgeht
und andere in seine Bann zieht.
Einswerden
Die Liebe
ist in ihrem letzten Sinn nach
Hingabe des eigenen Seins
und Einswerden
mit dem Geliebten.
Wahrheit
Meine Sehnsucht
nach Wahrheit
war ein einziges Gebet.