Aus der Autobiographie
der ersten weiblichen Kirchenlehrerin
Hl. Teresa von Avila
(1515 - 1582)
Mystikerin,
Heilige,
Kirchenlehrerin,
Ordengsründerin
Als ich ein Kind war ...
Tugend und Gottesfurcht
meiner Eltern hätten
ausgereicht, um mich mit Hilfe Gottes
zu einem guten Menschen zu machen.
Mein Vater war gütig zu den Armen,
zu den Kranken, zu den Dienern und
voll des Verständnisses für sie.
Man konnte ihn nicht dazu bewegen,
Sklaven zu haben.
Tugendhaft war auch
meine Mutter, anständig,
übrigens sehr hübsch,
leider aber auch
krank ihr ganzes Leben lang.
Als meine Mutter starb ...
Ich zählte etwa zwölf Jahre,
als die Mutter verstarb.
Ich begriff, was ich verloren hatte,
und so kniete ich in meiner Traurigkeit
vor einer Statue der Mutter Gottes nieder
und bat sie unter Tränen,
von nun an meine Mutter zu sein.
Meine Bekehrung
Eines Tages ging ich in die Kapelle,
und beim Hineingehen erblickte ich ein Bild
von Jesus am Kreuz,
das man in diesen Raum gebracht hatte
für ein Fest.
Ich spürte klar wie nie zuvor,
dass ich Christus, Seinen Leiden, Seinen Wunden
gegenüber undankbar gewesen war.
Diese Erkenntnis zerriß mir das Herz.
Unter Tränen warf ich mich auf den Boden
und bat Jesus, mir Kraft zu geben,
Ihn nie mehr zu beleidigen.
Andere sollen christlicher werden
Dieser Wunsch ist ja nicht schlecht,
doch muss man, um ihn zu verwirklichen,
mit großer Klugheit vorgehen und darf
auf keinen Fall den Eindruck erwecken,
dass man andere belehren will.
Zu Beginn soll ein jeder versuchen,
sich nur um sich selbst zu kümmern,
so als ob Gott und er nur allein wären,
das ist das Beste.
Bedeutung einer guten Führung
Wer auf dem geistlichen Weg fortschreiten will,
soll auf die beste Hilfe schauen,
dazu braucht er jedoch einen erfahrenen Meister.
Mit einem unerfahrenen fängt er nichts an,
dieser irrt sich selber,
wird die fremde Seele nicht verstehen
und diese sogar daran hindern,
sich selbst kennen zu lernen.
Versteht mich doch, bitte, richtig
Ihr sollt das Gebet niemals aufgeben.
Denn nur in ihm werdet ihr erkennen,
was ihr überhaupt tut,
und nur in ihm könnt ihr vom Herrn
die Kraft empfangen, zu bereuen
und wieder aufzustehen.
Seid überzeugt, dass ihr euch
in tödliche Gefahr begebt,
wenn ihr das Gebet aufgebt.
Bei mir jedenfalls war es so.
Der Funke des Gebetes
Das Gebet der Ruhe ist ein kleiner Funke
aus der Flamme der echten Liebe Gottes;
der Herr entzündet ihn in der Seele und will,
dass diese immer besser erfährt,
wie kostbar diese Seine Liebe ist.
Es tut mir unendlich leid,
dass soviele Menschen zwar diese Stufe
des Gebetes erreichen, nur wenige jedoch
über sie hinausschreiten.
Vergrabt doch bitte nicht euer Talent,
das Gott euch gegeben hat,
zum Nutzen eurer Mitmenschen.
Inneres Gebet
"Inneres Gebet" ist nichts anderes
als ein freundschaftliches Treffen,
bei dem wir oft mit dem zusammen sind
von dem wir wissen,
dass er uns liebt.